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Eric Cross

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» Literarisches Winterfrühstück in der Mülheimer Fünte
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Da war ordentlich Betrieb an diesem Sonntagmorgen im Historischen Gasthaus und Kulturzentrum Fünte in Mülheim a. d. Ruhr. Mehr Gäste als angemeldet, fanden sich am 13. Januar 2013 zum Literarischen Winterfrühstück ein, doch Organisator Frank Bruns ließ sich vom unerwarteten Ansturm nicht aus der Fasson bringen. Gut gelaunt brachte er noch ein paar Stühle und alle rückten ein wenig zusammen. Platz ist eben in der kleinsten Hütte.  

 

Kurz nach elf wurde das reichhaltige Buffet eröffnet. Es gab frische Brötchen, Croissants, Süßes, Platten mit leckerem Aufschnitt, Rührei, Tomatensuppe, Kuchen und leckeren Kaffee. Für jeden Geschmack war etwas dabei und so verhielt es sich auch im nachfolgenden Leseprogramm. Gestärkt und zufrieden ging es im Wohlfühlmodus hinein in den literarischen Teil der Veranstaltung.

 

Raniero Spahn eröffnete die Runde mit seiner unterhaltsamen Kurzgeschichte „Der nächtliche Anruf“, die davon erzählte, was passieren kann, wenn die eigene Telefonnummer der auf einem Werbeplakat ähnelt. Anrufe um die Geisterstunde von Robert de Niro oder John Wayne können dann durchaus zur Routine werden.

Claudia Garrido stellte ihren ernsten Roman „Die Sternschnuppenbraut“ vor, in dem sie die Geschichte einer Frau erzählt, die eines Morgens nach dem Aufwachen feststellt, dass sie ihr „Ich“ verloren hat. Das Publikum lauschte ihrem Vortrag nachdenklich.

 

Heiter ging es weiter mit Harry Michael Liedtke. Seine Geschichte „Glaubenskrise zur Unzeit“ über den im Sterben liegenden Mönch Berthold, erntete nicht zuletzt dank ihrer wundersamen Wendung und dem plötzlichen Wunsch nach Kartoffelpuffern mit Apfelmus jede Menge Lacher.
 

Werner Zapps Geschichte „Erinnerung“ beschäftigte sich ebenfalls mit einem Identitätsverlust. Zapps Protagonist erlitt eine Amnesie nach einem Verkehrsunfall. Der Gedanke an das Leben eines anderen Ichs, an das Dasein eines Geheimagenten wie 007, schien verlockender als das eigene von morgens bis abends durchgeplante, „gewöhnliche“ Leben.

Jenny Canales trug berührende Lyrik aus ihrer Zeit in Chile vor, außerdem Gedichte über Frauen, Liebe und Kunst. Ernst wurde es wieder mit Dietmar Ostwalds Vortrag aus seinem Buch „Schattenlakaien“. Dieser Roman beschäftigt sich mit dem Leben in der DDR. Der junge Rainer spürt, wie ihn das Netz der Staatssicherheit bedroht, obwohl er doch nur die Freiheit des Andersdenkens in Anspruch nehmen will.

Von den Schwierigkeiten eines leidenschaftlichen Schriftstellers, der seinen Lebensunterhalt durch die Bewirtschaftung eines Bauernhofes verdienen muss und darüber verzweifelt ob er seinem schreibenden Herzen treu bleiben oder sich dem Kommerz beugen soll, handelte die Kurzgeschichte von Jana Engels.

Ina Tomec las aus ihrem historischen Debütroman „Ayleva – Die Reise im Licht des Nebels“ und Marcus Watolla entzückte das Publikum abschließend mit seiner Geschichte „Auf Brautschau“, die laut eigener Aussage autobiografische Züge aufwies. Man staune nur, was einem Mann nach ein bis fünf Bieren über den Durst auf der Suche nach der Frau fürs Leben widerfahren kann.

Gut gelaunt verabschiedeten sich die Gäste und Autoren in den mittlerweile herangerückten sonnigen Sonntagnachmittag. Dennoch seien in Anbetracht des Umstands, dass nach der Lesung auch immer vor der Lesung ist, nachstehend noch einige Termine im Gladbecker Café Stilbruch erwähnt.

04.02.2013 ab 19:30 Uhr
Ina Tomec liest aus „Ayvela - Die Reise im Licht des Nebels“

Romanlesung mit Musik
Café Stilbruch, Rentforter Str. 58, 45964 Gladbeck

11.03.2013 ab 19:30 Uhr
Jana Engels liest  „augesprochen lebensnah“

Lyrik und Prosa, Lesung mit Musik
Café Stilbruch, Rentforter Str. 58, 45964 Gladbeck

(Fotos: Jana Engels)

2. Kommentar von Harry

Ana, hast was verpasst. Klasse Storys, tolles Buffet. Der absolute Kracher war Marcus Watolla!!
1. Kommentar von AnastasiaAAT

...schade, ich konnte leider nicht dabei sein!
Aber HEUTE MYK JUNG im CSB war auch echt klasse!!!
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...und wieder einmal ein DANKESCHÖN!!!
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