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Jana

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Ulrike SchelhoveInterview mit der Eifeler Autorin Ulrike Schelhove 

Die erfolgreiche Krimi-Autorin erzählt offen über ihre Arbeit als Schriftstellerin und Verlegerin. Sie gibt Auskunft darüber, wie sie hartnäckig und am Ende doch erfolgreich ihren Weg durchs Haifischbecken der Buch- und Verlagsbranche gemeistert hat. Seit 2013 hat sie bereits mehrere Eifel-Krimis herausgebracht und ganz nebenbei auch noch Krimis für Kinder geschrieben.

Über die erfolgreiche Kinderbuchserie "Die Schwertfegerbande" berichteten wir bereits im Jahr 2014. (Zum damaligen Artikel geht es übrigens hier: http://www.leuchtfeder.de/news-968.html

 

Redaktion: Du hast bereits einige Kriminalromane veröffentlicht. Wie lange schreibst du schon und wie hat alles angefangen?

Meinen ersten Eifelkrimi „Der Kindermacher“ habe ich im November 2013 veröffentlicht. Seitdem bringe ich jedes Jahr zwei weitere Bände um die Kommissare Ilka Landwehr & Alex Stettenkamp heraus. Die schönste Motivation für mich ist die Frage von treuen Lesern, wann es denn endlich weitergeht.

Ja, wie hat alles angefangen? Ich habe an der Fernakademie Hamburg das Handwerk des Schreibens vertieft und in diesem Zusammenhang gab es die Aufgabe, einen Krimi zu planen und das erste Kapitel auszuformulieren. Als ich fertig war, habe ich mir gedacht: Das war jetzt soviel Arbeit, das bringst Du jetzt auch zu Ende. Das Krimischreiben, habe ich festgestellt, ist genau mein Ding. Und als „Der Kindermacher“ sich dann auch noch gut verkaufte, war klar: Es gibt eine Fortsetzung!

Redaktion: Du bist eine vielbeschäftigte Frau, berufstätig und Mutter von drei Kindern. Wann hast du die Zeit deine Ideen und Gedanken zu sortieren und aufzuschreiben? Diese Arbeit erfordert doch jede Menge Ruhe und Konzentration?

Das Schreiben ist inzwischen meine Berufstätigkeit. Wenn meine drei Jungs morgens aus dem Haus sind, setze ich mich an den Computer und schreibe konzentriert bis mittags. Das funktioniert bei mir aber nur, weil ich vorab die einzelnen Kapitel komplett durchstrukturiert und alle großen Szenen geplant habe. Das heißt, ich weiß, wenn ich mich morgens ans Werk mache, was ich schreiben will. Neue Ideen fließen natürlich trotzdem mit ein. Die kommen mir dann, wenn ich den Kopf frei habe, mit den Kindern zusammen bin oder auch abends im Austausch mit meinem Mann. 

Redaktion: War es eine bewusste Entscheidung, deine Bücher selbst zu verlegen? Was waren/sind deine Beweggründe dafür? Welche sind für dich die klaren Vor- und Nachteile?

Als mein Erstlingswerk „Der Kindermacher“ fertig war, habe ich das Manuskript, wie so viele Autoren, hoffnungsvoll an verschiedene Verlage geschickt. Von den meisten habe ich nicht einmal eine Antwort erhalten. Mit bescheidenen Erwartungen habe ich den Krimi dann selbst als Ebook und Taschenbuch verlegt; Dinge wie das Lektorat, das Cover und die Formatierung in die Hände von Menschen gegeben, die etwas davon verstehen. Das heißt, ich habe auch Kosten selbst getragen, die sonst ein Verlag übernehmen würde. Aber wer nicht wagt...

Als ich dann festgestellt habe, dass der Krimi gut läuft, war für mich schnell klar, die nächsten Bände ebenfalls selbst zu verlegen. Es ist toll, über Cover, Titel, Werbung usw. selbst zu bestimmen. Ich mag diese Arbeit nach der langen Schreibphase auch sehr gern, empfinde sie daher auch als Bereicherung.

Inzwischen habe ich mehrere Angebote von Verlagen bekommen und ich will in dieser Hinsicht auch nichts ausschließen. Aber die Möglichkeit, zwei Folgebände im Jahr zu veröffentlichen und die Marge müssten dann einfach stimmen.    

Redaktion: Kannst du uns ein bisschen darüber erzählen, auf welche Schwierigkeiten du bei der Verlagsgründung gestoßen bist?

Den KVE-Verlag habe ich 2014 hauptsächlich deshalb gegründet, um meine Bücher besser in den Buchhandel bringen zu können. Seitdem sind sie im Verzeichnis lieferbarer Bücher gelistet und werden von den Buchhändlern direkt bei mir bestellt. Die Verlagsgründung war mit überschaubaren Kosten verbunden, sie ist es mir aber wert. Ich hatte in der Zwischenzeit auch Anfragen von Autoren, die mir ein Manuskript schicken wollten, doch im Moment bin ich mit den Fällen meiner Kommissare ausgelastet.   

Redaktion: Dein aktuelles Buch heißt „Seelentote“ es ist der 6. Fall deiner Ermittler Landwehr und Stettenkamp. Worum geht es darin?

Die vierjährige Lilly stirbt an dem gefährlichen Aufputschmittel Captagon. Das Mädchen, so erste Erkenntnisse der Polizei, muss ahnungslos mehrere der Pillen gegessen haben. Nicht nur Lillys Vater hat die jungen Flüchtlinge Leyla und Amar im Verdacht. Vieles spricht gegen die syrischen Geschwister und die Stimmung in der Eifel heizt sich immer stärker auf. Weitere furchtbare Ereignisse überschlagen sich.  Schon bald geschieht ein Mord.
Sind die Taten politisch motiviert, fragen sich Landwehr und Stettenkamp, oder steckt etwas anderes dahinter? Sie gehen bei ihren Ermittlungen bis an ihre Grenzen - und darüber hinaus. Doch dann wird die Kommissarin selbst Opfer brutaler Gewalt. Wie hoch ist diesmal der Preis der Ermittlungen?

Redaktion: Kann man dich auch live erleben. Wenn ja, wo und wann sind denn Lesungen geplant?

Es wird in diesem Jahr mehrere Lesungen geben, in Kürze erstmalig in Monschau. Die Termine poste ich in Kürze auf meiner Homepage und bei Facebook.

http://www.ulrike-schelhove.de/

Liebe Ulrike, vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg!

Für alle, die nun neugierig geworden sind, gibt es hier die Infos zum 6. Fall.

Seelentote - Ein Eifelkrimi:
Der. 6. Fall für Landwehr & Stettenkamp
Taschenbuch – 2. Mai 2016
von Ulrike Schelhove
Taschenbuch: 290 Seiten
ISBN: 978-1533060723-8-5 

 

 

(Das Interview führte Jana Engels, Bilder KVE Verlag, U. Schelhove)

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