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Jana

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Rezension
Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz

Kriminalroman von Katrin Lachmann

Jack the Ripper und dann ausgerechnet Görlitz? Zugegeben, der Titel liest sich etwas befremdlich und verlangt nach einer Erklärung, die dann in der Tat auch recht simpel ist. Die Autorin wurde 1968 selbst in Görlitz geboren und fühlt sich der Stadt verbunden. Ob sie dem Buch mit der Titelwahl einen Gefallen getan hat, wage ich zu bezweifeln, denn in der Geschichte steckt mehr. Aber der Reihe nach. 

Es geht um einen jungen Mann namens Marco, der in seinem Leben gestrauchelt ist und nach geschmissener Ausbildung, einem Leben als Herumtreiber, mit einem Job als Fahrradkurier versucht sich notdürftig über Wasser zu halten. Es taucht ein berühmter Lononer Anwalt auf, der die Interessen einer bis dahin unbekannten und kürzlich verstorbenen Erbtante vertritt, die neben einem finanziellen Vermögen, einer Wohnung in London auch einen geheimnisvollen Karton mit alten Unterlagen hinterlassen hat. Selbstverständlich ist der Antritt des Erbes an Bedingungen geknüpft. Marco muss nach London reisen. Wie gut, dass er einen Freund hat, der selbst Anwalt ist und gleich noch seine Assistentin mit nach London schickt, die Marco alle Organisation abnimmt. Es folgen Beschattungen, Morde, ominöse Geld- und Handelsangebote, Jack the Ripper und das alte London, eine Liebesgeschichte, ein Ausflug in die Freimaurerloge und selbstverständlich ein Happy End in Görlitz.
Die Idee der Story ist echt nicht schlecht. Gut haben mir vor allem die Rückblenden ins alte
London und die Zeit Jack the Rippers gefallen. Hier hat die Autorin mir bewiesen, dass sie talentiert und
mitreißend schreiben kann. Dieser Teil des Buches hat mich in der Tat vergessen lassen, dass ich ein
Rezensionsexemplar in der Hand hielt.
Weniger Spaß hat mir die Umsetzung des Bezugs zur Stadt Görlitz gemacht. Man verzeihe mir, wenn ich der Stadt unrecht tue. Aber diese Verbindung wirkt einfach aufgesetzt und erzwungen um den Roman regional festzulegen zu können, dabei hat die Story das Potential in jeder beliebigen Stadt zu funktionieren. 
Einstieg in die Geschichte und auch der Schluss des Buches wirken stellenweise etwas zäh und dann wieder wie Erzählschema A. Es ist in diesen Teilen mitunter etwas anstrengend sich in die Erzählung hinein zu fühlen. Vor allem der Schluss liefert zwar Wendungen aber wenige Überraschungen.
Was mir persönlich zu kitschig ausfiel, war Passagen um die Liebesgeschichte zwischen Marco und Carolin, der Rechtsanwaltsgehilfin. Aber das ist durchaus Geschmacksache.

Zusammengefasst liefert Karin Lachmann eine solide Kriminalgeschichte mit allen Zufällen oder Begebenheiten, die zu einem Happy End führen. Ich sortiere das Buch mit seinen knapp zweihundert Seiten in die Abteilung leichte Unterhaltung, da steht es nicht schlecht und empfehle jedem, sich vom Titel des Buches nicht gleich abschrecken zu lassen.

Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz
Kriminalroman von Katrin Lachmann
Verlag Edition Oberkassel (2016)
ISBN: 978-3-95812-0708
(als Print und Ebook erschienen)

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