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Geli K.

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Vor kurzem gab es in der Lichtburg ein ganz besonderes Highlight, nämlich die Vorpremiere zu einem in vielerlei Hinsicht erstaunlichen Film: Pottkinder – ein Heimatfilm.

Erstaunlich, weil es ein Erstlingswerk ist, dessen „Geburt“ quasi ein Eigenleben entwickelt hat. Alexander Waldhelm, im wahren Leben Journalist, wollte eigentlich „nur mal“ ein Drehbuch schreiben und verkaufen. Am liebsten eines, das im Ruhrpott spielt. Gesagt, getan. Und weil man ja nicht nur im Geheimen schreibt, sondern auch Freunde und Bekannte daran teilhaben lässt, kam irgendwann der Fotograf und Kameramann Stephan Glagla ins Spiel, der über Erfahrungen mit Dokumentationen verfügte und gerne „auch mal“ einen Spielfilm drehen wollte. Tja, und so wurde aus dem Drehbuchautor auch der Regisseur. 

Drehbuchautor/Regisseur/Produzent/Schauspieler in Personalunion: Alexander Waldhelm

Erstaunlich auch, dass Drehbuchautor/ Regisseur/Produzent (und Schauspieler!) und Kameramann zwar die Idee und den Willen hatten, dieses Projekt umzusetzen, aber leider nicht das nötige Kleingeld. Aber wenn man für etwas brennt, findet man auch für dieses lästige Problem eine Lösung  – und so begann die Suche nach Sponsoren. Erfolgreich! Und auch andere kreative Möglichkeiten, Geld für diesen Film zu bekommen, wurden erfolgreich umgesetzt: So konnten z. B. Menschen, die dieses Projekt unterstützen wollten, kleinere Geldbeträge spenden, wobei ab einer bestimmten Höhe der Spende sogar noch „Geschenke“ verteilt wurden (sei es die Nennung im Abspann des Films, eine DVD und sogar eine kleine Rolle im Film!)

Erstaunlich, dass dieser Film in nur 6 Wochen gedreht wurde (obwohl das Making insgesamt drei Jahre gedauert hat). Dieser Zeitrahmen war so eng, weil der Hauptdrehort (die VHS in Mülheim) nur in den Sommerferien genutzt werden konnte. Und alle Beteiligten standen parat!

Erstaunlich, dass fast 200 Personen an und in diesem Film mitwirken, davon rund 95 % Laienschauspieler (und die restlichen 5 % sind an Bekanntheit und Beliebtheit im Pott kaum zu übertreffende Größen wie Manni Breuckmann, Helmut Gote, Torsten Sträter, Gerburg Jahnke – um nur einige zu nennen).

Familie Klüsen im heimischen Wohnzimmer

Die Handlung (in aller Kürze, denn ich will ja nicht zu viel verraten): das Leben einer ganz normalen Familie irgendwo zwischen Duisburg und Dortmund. Der Vater und Ehemann geht seiner geregelten Arbeit nach, der Sohnemann steht kurz vor dem Abschluss seines Studiums und ist auf Jobsuche, die Mutter hat sich nach der Geburt des Sohnes nur noch um Haus und Familie gekümmert und mittlerweile eine Depression entwickelt, die sie nach außen einigermaßen unter Kontrolle hat.

Der Film ist durch und durch Ruhrpott. Und von daher ist das Genre „Heimatfilm“ wirklich gut gewählt. Dank der Laienschauspieler sind die Dialoge unglaublich authentisch. Das könnte sich auch bei jedem von uns zu Hause so abspielen. Man fühlt sich den Figuren doch sehr verbunden – und das macht für mich den Charme des Films aus. Es ist zwar fraglich, ob jemand, der nicht hier groß geworden ist, die Figuren, die Handlung, das Flair und die Atmosphäre nachvollziehen kann, aber für echte Pottkinder ist der Film geradezu ein Muss!

Der Running Gag im Film: die Pförtner (hier G. Jahnke und W. Schmickler)

Waldhelms Wunsch war, dass die Premiere in der Lichtburg in Essen stattfindet, und dass sie nun am 10. Mai 2017 um 20:00 Uhr dort stattfindet, ist auch der Unterstützung von Gerburg Jahnke zu verdanken. Leider ist die Premiere schon seit langem ausverkauft, aber der Film wird sicher in diversen Lichtspielhäusern hier im Umkreis gezeigt. Guckt ihn euch an, es lohnt sich!

Weitere sehr interessante Informationen zum Film gibt es auf www.pottkinder.com

Und zu guter Letzt: Es wird nicht bei dem einen Film bleiben. Nachdem es allen Beteiligten offensichtlich so viel Spaß gemacht hat und Herr Waldhelm geradezu vor Ideen sprüht, stehen die Arbeitstitel der nächsten beiden Vorhaben schon fest: „Beziehungen – kein schöner Land“ (geplant für 2020) und „Das Wunder von Bernd“ (geplant für 2022). Wir dürfen gespannt sein!

Text: Angelika Körber
Fotos: Archiv

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