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Harry

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» Weihnachtslesung im Gladbecker Café Stilbruch
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Okay, zugegeben. Mit diesem Nachbericht hinke ich eine ganze Weile hinterher. Mea culpa! Aber ihr wisst ja, wie das so ist. Ohne Bilder ist so ein Artikel immer etwas fad, und aufgrund technischer Problemchen verzögerten sich die Pics leider. In der Zwischenzeit türmten sich dann Rezensionen, andere Nachberichte, Ankündigungen, Features und und und, sodass die ohnehin verspäteten Texte noch länger liegenblieben.

Das ist nicht in Ordnung, ich weiß, gibt mir aber die Gelegenheit, einen Aufruf zu starten, bei LEUCHTFEDER aktiv mitzumachen und Artikel zu liefern, um so die Aufgabenlast auf mehrere Schultern zu verteilen. Seid versichert, es ist ein dankbarer Job, der mit viel Spaß verbunden ist. Es läuft unheimlich viel in der Künstlerszene, überall gibt es Interessantes zu bestaunen, es mangelt den Werken und den Kreativen allerdings (zu) häufig an Präsentation und Würdigung. Also, Leute, greift zur Feder und zur Kamera!

Die Xmas-Lesung im Café Stilbruch zu Gladbeck am 2. Weihnachtstag ist so ein Fall, der nicht schnöde untergehen sollte. Es war nämlich eine klasse Show, und das sage ich nicht, weil ich der Initiator war. Lesungen mit vielen Autoren haben es naturgemäß so an sich, dass sie qualitativ eine große Bandbreite bieten. Anders formuliert: Es kann nicht jedem alles gefallen. In diesem Fall hatte das Schicksal allerdings eine bunte Truppe von versierten Autoren und Autorinnen zusammengewürfelt, die auch noch gut vortragen können.

Als derjenige, der zur Veranstaltung gebeten hatte, übernahm ich nicht nur die Anmoderation, sondern auch den ersten Lesepart.
Kam gut an, meine Weihnachtsgeschichte, glaube ich. Gab zumindest viel Gekicher, und ich nehme jetzt mal nicht an, dass die Gäste mich ausgelacht haben. Wer die Qualität der Story selbst prüfen möchte, der findet sie in Carsten Kochs Akustischem Adventskalender. Man folge dem Link.

Verlegerin Karin Schweitzer beeindruckte mit einer längeren Story aus fremder Feder.
Auszugsweise trug sie aus "Eine Weihnachtsgeschichte" von Heinrich Seidel (1842 – 1906) vor, der man guten Gewissens das Etikett "Familienchronik" anheften kann.

 

Extra für die Lesung aus der Schweiz angereist war Philipp Studer. Ehrensache, dass er bei dem weiten Weg zwei Mal vor dem Mikro zum Zuge kam.
Der Meister des trockenen Humors in bedächtiger Sprache regte erst mit einer Geschichte über ein Gefängnis zum Schmunzeln und Nachdenken an, später am Schluss der Lesung mit einer Story über eine Flaschenpost.

 

Die Dormagener Malerin und Autorin Bettina Lohaus berichtete in ihren zwei Geschichten von Liebe, Schmerz und Erinnerungen.
Erst las sie ein kleines Drama über ein Weihnachtsfest, das nicht wie jedes andere verlief, danach widmete sie sich dem Thema "Abschied".
Bewegend.

 

Mit Lars Albrecht kam anschließend der zweite Einheimische an die Reihe.
Mit seiner knackig kurzen, aber sinnreichen Geschichte über einen Trinker erntete er viel Applaus.

 

 

Die Mülheimer Vampirromanautorin Dagmar Schenda blieb den Blutsaugern auch zu Weihnachten treu.
Toll vorgetragen, war ihre ebenso böse wie humorige Story eines der Highlights des Nachmittags.

 

Ihr folgte Fantasyspezialist Bernd Badura, der ebenfalls voll überzeugte, und das mit für den Anlass eher unüblichen Inhalten wie einem Streik der Weihnachtsmänner und einem kauzigen Ork (vom Stamme der krossen Klopper).

 

 

Die aus dem Stuttgarter Raum angereiste Anja Rosok faszinierte mit einer längeren Erzählung über Tod und Teufel (im wahrsten Sinne des Wortes), und der gleichsam aus Dormagen stammende Peter J. Scholz wurde einmal mehr den Lobeshymnen, die ich seit Jahr und Tag über ihn singe, mit seiner gefühlvollen Weihnachtsstory über Wünsche und Träume gerecht. 

 

Christiane Rühmann brachte das Publikum mit einer Story über ein unpassendes Geschenk zum Prusten. Zudem hatte sie noch ein paar herzhaft deftige Verse und Sinnsprüche auf Lager.

 

 

 

Peter Märkert berief sich bei der Auswahl seines Lesestoffs auf seinen Zivilberuf Sozialarbeiter und las aus einem Drogenroman. Weihnachten im Knast war das Thema. Harter, aber guter Stoff! 

 

Und wenn jemand nach über dreieinhalb Stunden Lesung von den Zuhörern zu sage und schreibe drei Zugaben gedrängt wird, dann hat er wohl eingeschlagen wie eine Bombe. Klaus Märkert (der Bruder von Peter) trug in seiner unnachahmlichen Art frappante Skurrilitäten vor.
Ob nun ein fataler Klopapiermangel, die staatlich verordnete Lautstärkebegrenzung in Gothicdiscos, ein Gedicht über Kitze, Wölfe und Unwölfe oder die Pommespranke, die einem armen Käfer zum Verhängnis wird – das Publikum schrie sich vor Lachen weg.

 

Tja, was soll ich sagen? Als Veranstalter war ich hochzufrieden. Die Mischung stimmte! Mal sehen, ob wir das Niveau und den Spaßfaktor bei der Weihnachtslesung 2013 halten können. Die Meldeliste ist jedenfalls ab jetzt eröffnet.

 

Fotos: Ute Pollei & Harry Michael Liedtke

3. Kommentar von Laura


2. Kommentar von Chris


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